Wie man in Deutschland was ändern könnte

Datum: 13.03.2011  |  Zeit: 21:11  |  Kommentare: 0  |  Kategorie: Politisches

Über 550.000 Facebook-Fans in der Gruppe “Wir wollen Guttenberg zurück”, aber nur knapp 300 bei den bundesweiten Demonstrationen. Bei Facebook schnell auf “Gefällt mir” klicken und dann darüber aufregen, das sich gar nichts tut. Das ist Deutschland im Jahr 2011.

Vielen scheint es zu reichen, kurz bei Twitter oder Facebook – und vielleicht noch im Blog – die eigene Meinung kundzutun. Ansonsten wird darauf vertraut, dass Die Anderen den Rest erledigen werden. Dumm nur, dass Die Anderen genauso denken.

Was bringt es, wenn dreimal im Jahr 1.000 Leute gegen Atomkraft demonstrieren? Was bringt es, wenn alle 6 Monate die Erstsemester in Hochschul-/Universitätsstädten separat demonstrieren, weil sie keine Studien-Gebühren mehr wollen?

Wo sind die Leute, die die Unmenschlichkeit von Hartz IV endlich abschaffen wollen? Wo sind die Leute, die eine gescheite Bildungspolitik fordern? Ich könnte diesen Fragen-Katalog noch ewig weiterführen, doch es gibt einfach keine Antwort darauf.


Es ist viel einfacher, bei Facebook auf “Gefällt mir” oder bei Twitter auf “Retweet” zu klicken und jeden vokabular niederzumetzeln, der nicht seiner Meinung ist. Sich aber z.B. einmal pro Monat mit Gleichgesinnten zur Groß-Demo verabreden? Ach geh’ doch weg!

Im Sommer geht es nicht, weil jeden Abend gegrillt wird und im Winter ist es zu kalt. Im Herbst ist es so regnerisch, da könnte man sich noch erkälten und im Frühjahr muss der Garten hergerichtet werden. Da kann man nicht zur Demo.


Leute! Hört auf, Euch so theatralisch im Internet über die Regierung und deren Politik aufzuregen. Damit erreicht Ihr nichts! Geht gemeinsam auf die Straße, wenn Ihr was ändern wollt. Und zwar regelmäßig in größer werdender Zahl.

Dafür müsstet Ihr allerdings Eure Wohnungen verlassen. Ach stimmt! Das kann man ja von Euch nicht verlangen. Na dann lassen wir’s lieber so, wie es ist.

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